Ausgangslage
Die Straße Hohe Bleichen liegt in einer exklusiven Innenstadt-Lage in Hamburg. Da die Lage in früheren Jahren und Jahrzehnten in erster Linie als Rückseite des Hanse-Viertels mit lediglich Pkw-Zufahrten zu diesem beliebten Einkaufszentrum im Herzen der Innenstadt wahrgenommen wurde, waren die Ladenflächen nicht so stark nachgefragt. Mit der Ansiedlung von u.a. neuen Gastronomiekonzepten und mit der Renovierung/Restaurierung/Erweiterung der vorhandenen Geschäftshäuser und der Errichtung von prägnanten Neubauten erhöhte sich die Frequenz und entwickelte sich die Lage zu einer der ersten Adressen für Büro und Einzelhandel in der Hamburger Innenstadt.
Das Erscheinungsbild des öffentlichen Raumes hingegen fällt im Vergleich zu den vorhandenen Neubauten und renovierten Altbauten stark ab. Die gesamten Außenanlagen sind auf den Autoverkehr zugeschnitten. Die Bürgersteige im Bereich der Straße Hohe Bleichen sind in weiten Strecken zu schmal. Die exklusiven Schaufenster können aufgrund der fehlenden Distanz zwischen Betrachter und Fassade nicht in Gänze wahrgenommen werden. Hinzu kommt ein Konglomerat von Straßen- und Gehwegbelägen verschiedenen Alters, verschiedener Struktur und verschiedenen baulichen Erhaltungszuständen. Gleiches trifft sinngemäß auf die vorhandene Bepflanzung zu. Es fehlt an einem grünordnerischen Konzept. Dadurch entsteht bezüglich des öffentlichen Raumes der Eindruck einer Nebenlage. Der Bereich zwischen Hohe Bleichen 11-17 und 8-18 mit der mittigen Verkehrsinsel ist für Fußgänger abweisend gestaltet. Dem Kfz-Verkehr wird größtmöglicher, den Fußgängern kleinstmöglicher Raum gegeben.
Der Heuberg, ein Platz in zentraler Innenstadt-Lage mit charakteristischer Dreiecks-Form, wird derzeit als Parkplatz genutzt, obwohl in der unmittelbaren Umgebung mehrere Parkhäuser vorhanden sind (Marriott-Hotel, Bleichenhof, Hanse-Viertel, Deutsch-Japanisches Zentrum, Alsterhaus-Parkhaus). Die Platzgestaltung mit ihrem kleinteiligen Pflaster, welches zum Flanieren nicht einlädt, erscheint veraltet. Auf dem Heuberg findet Fußgängerverkehr nicht statt. Insofern bildet er eine Barriere zwischen dem Bereich Große Bleichen/Bleichenbrücke und dem Bereich Hohe Bleichen 5-11. Die Hotelvorfahrt zum Renaissance-Hotel ist als solche nicht ohne weiteres erkennbar. Der Hoteleingang erscheint wie ein Nebeneingang. Der historische Altbau Broschek-Haus des Hotelgebäudes ist trotz seiner prägnanten und einzigartigen Backstein-Fassade von dem bekannten Hamburger Architekten Fritz Höger nicht präsent genug.
